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Roma
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La deutsche Vita
Calendario romano di Sarah - studente di Zittau nella città eterna Februar
Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass sich ein Freund von mir im Monat
zuvor sein Handgelenk gebrochen hatte, was dazu führte, dass ich von da
an meistens auf der Fahrerseite ins Auto stieg. An diesem Punkt kann man
auch ruhig mal etwas über das Autofahren in Rom berichten. Ich erwähne
gleich von Anfang an, dass ich generell kein sehr guter Autofahrer bin und
erst recht kein Talent im Einparken habe – bin mir aber dessen, im
Gegensatz zu manch anderem, wenigstens bewusst.
Das Haus, in dem ich wohne,
befindet sich in einer kleinen Sackgasse am P.le Prenestino, welcher
wiederrum in der Nähe der Porta Maggiore liegt. Hierbei handelt es sich
um einen dieser Verkehrsknotenpunkte, an denen man am liebsten aussteigen,
das Auto in die Hand nehmen und den Platz zu Fuß überqueren möchte.
Wenn man – zum Beispiel von der Via Prenestina – an der Porta Maggiore
ankommt, sollte man schon möglichst genau wissen, wo die Fahrt denn
eigentlich hingeht. Ich persönlich kann es nicht
leiden, wenn ich keine Ahnung habe, wo ich hinfahren muss und lasse
das auch lautstark an meinem Beifahrer aus, wenn es ein muss. Dafür ist
der ja schließlich da.
Wir befinden uns also immernoch an der Porta Maggiore. Als von
rechts kommender Linksabbieger gebe ich mir nun Mühe keinen von links
kommenden Rechtsabbieger oder andere gefährliche, oft aus dem nichts
auftauchende Objekte, wie Motorroller oder Fußgänger, anzufahren, um
mich dann irgendwie unter einem der Torbögen durchzuschlängeln. Von Reißverschlusssystem
kann hier keine Rede sein. Auch nicht von Kreisverkehr. Erst jetzt hat man
ungefähr eine Chance zu sehen wie, bzw. wo es weitergeht. Das sagt einem
nämlich vorher keiner. Das einzige, was in Rom gut ausgeschildert zu sein
scheint, ist das Auditorium. Für den Rest gibt es ja heutzutage
Navigationssysteme.
Um italienisches Autofahren zu
lernen, machen sich eigentlich alle größeren Plätze in Rom ganz gut,
sowie beispielsweise Re di Roma oder Piazza Bologna. Um hier durchzukommen
drängelt man sich in einem Stop&Go-Prinzip zwischen die anderen
Autos, die schon im Kreisverkehr sind und ähnlich auch wieder heraus.
Dabei sollte man alle bisher bekannten Vorfahrtsregeln einfach mal
vergessen. Ein weiteres Phänomen sind die sehr langen, strahlenförmig
vom Zentrum abgehenden Straßen, die bis weit ins Umland reinreichen. Wer
diese schon einmal auf einer Karte gesehen hat, versteht sofort, woher der
Spruch „Viele Wege führen nach Rom“ kommt. Diese Straßen tragen
teilweise eine lange Geschichte mit sich, so wie beispielsweise die Via
Aurelia, welche Aurelio Cotta im 3. Jhd. v. Chr.
erbauen ließ, um zunächst Rom mit Cerveteri zu verbinden, und die
dann immer weiter ausgebaut wurde. Heutzutage als SS1 (Strada Statale)
bekannt, ist sie eine der wichtigsten italienischen „Bundesstraßen“,
die von Rom, entlang an der Tyrrhenischen und Ligurischen Küste, bis nach
Frankreich führt.
Nun aber zurück zum Thema. Wer
sich mit seinem Kfz auf einer solche Straße im Stadtverkehr befindet kann
hier sehr gut das Überholen üben, und zwar das Überholen durch eine
imaginäre dritte Spur auf einer zweispurigen Fahrbahn. Man sollte sich
sowieso gleich von Anfang an daran gewöhnen, dass Straßenmarkierungen
auf dem Asphalt generell erstmal nicht beachtet werden. Zum Beispiel können
Haltelinien an Ampeln oder Stopschildern problemlos eine ganze Autolänge
überfahren werden. Dieses Prinzip wird auch dadurch gefördert, dass sich
immer noch eine zweite Ampel am gegenüberliegenden Ende der Kreuzung
befindet, an der man sehen kann, wann es grün wird. Nebenbei noch gesagt,
die Gelbphase bei italienischen Ampeln sagt rein garnichts aus und kann
beruhigt ignoriert werden. Man bremst erst bei rot. Wenn man sich diesen
kleinen Eigenheiten der römischen Verkehrsverhältnisse bewusst ist, dann
kann man sich in dieser Stadt schon ganz gut fortbewegen. Wichtig sind
jedoch gute Nerven und eine funktionierende Hupe.
War ich mal nicht mit dem Auto
zum Ikea unterwegs und habe meinem in seiner Bewegung eingeschränkten
Freund beim Umzug geholfen, füllte ich den Großteil meiner Zeit mit
Klausurvorbereitung aus, wozu allerdings nicht nur Lernen gehört.
In jedem Studienjahr gibt es
drei Prüfungszeiträume, genannt „Sessione invernale“, „Sessione
estiva“ und „Sessione autunnale“. Für die Kurse, in denen die
Klausur mündlich abgehalten wird, was bei den meisten der Fall ist,
werden in jedem Prüfungszeitraum zwei bis drei Appelle angeboten. Will
man also an einer Klausur teilnehmen, sollte man zuerst herausfinden, wann
die Appelle stattfinden und wie man sich dafür einschreiben kann. Wenn
ich „herausfinden“ schreibe, dann hat das auch seinen Sinn. Da hier
jedes Institut so seine ganz eigenen Vorgehensweisen hat, kann die
Anmeldung zu einer Prüfung schon mal zu einer etwas komplizierteren
Prozedur werden. Hat man diesen ersten Schritt erstmal bewältigt, geht
man an dem entsprechenden Datum und zu entsprechender Uhrzeit an den Ort,
wo die Klausur stattfinden soll, in der Hoffnung, dass Ort und Zeit
zwischendurch nicht geändert wurden, ohne dass man es gemerkt hat. Als nächstes,
sollte dann auch der Professor endlich eingetroffen sein, wird die
Anwesenheit der Studenten durch eben diesen überprüft. Daraufhin wird
nun eine Liste erstellt, auf der ersichtlich wird, wer wann dran ist. Je
nach Professor und Anzahl der Studenten kann dieses ganze Verfahren auch
schonmal eine gute Stunde in Anspruch nehmen.
Es gibt Professoren, die an
einem Appell bis zu zweihundert Studenten prüfen müssen, was entweder
daran liegt, dass sein Kurse sehr beliebt sind oder weil er mehrere Kurse
im Jahr anbietet. In Anbetracht der Tatsache, dass eine mündliche Prüfung
circa eine Viertelstunde in Anspruch nimmt, ist wohl klar, dass trotz
Assistenten eine solche Anzahl an Studenten an einem Tag nicht zu bewältigen
ist. Daher kann es passieren, dass man an einem anderen Tag, den man sich
aber leider nicht selber aussuchen kann, nochmal wiederkommen muss. Pech
hat man dann nur, wenn man sich an diesem Datum schon für eine andere
Klausur eingetragen hat. Ich habe dennoch für dieses Semester alles recht
gut hinter mich gebracht. Bis auf italienische Literatur, das ist
irgendwie mein Steckenpferd.
Mir hätte ja der ganze
Unistress allein eigentlich schon gereicht. Aber irgendjemand
muss einem ja immernoch einen draufsetzen. In meinem, oder besser
gesagt unserem Fall, hat das eine unserer Nachbarinnen übernommen.
Eines schönen Tages hing bei
uns ein Zettel an der Tür (ohne Namen) "Eür Hund bellt
seit ca. 3 Stunden. In Betracht ziehend, dass es 22:45 ist und ich nicht
schlafen kann und ich es satt habe, werde ich jemand zuständigen
benachrichtigen, da ich zu den unmöglichsten Uhrzeiten in der Nacht von
euren delikaten Geräuschen geweckt werde!!! Eine Frage von Erziehung und
Respekt!! Wenn es so wäre,
erwartet euch einen Besuch von Ordnungsdienst oder Polizei (oder einen
Sachverständigen!!) Ich danke für das Bellen
des (oder der) Hunde(s)..." Nun, uns ist nicht ganz
klar, was mit "Wenn es so wäre.." gemeint sein soll :D genauso
wie wir anfangs nicht wussten, mit wem wir es denn eigentlich zu tun
haben, sonst hätten wir uns vielleicht wenigstens rechtfertigen, bzw.
entschuldigen können. Fakt ist aber, dass es
sich an jenem Abend nicht um unseren Hund handeln konnte, denn der war nur
etwa 1 Stunde allein, wenn überhaupt. Außerdem lassen wir ihn, wenn wir
beide aus dem Haus gehen, in der Küche, um unsere geliebten und
geachteten Nachbarn vor seinen drei Geräuschen, die er macht, zu
bewahren. Dass es sich um die gute
Frau unter uns handelt, wurde uns dann sehr schnell klar, als sie eines
Abends damit anfing, von unten an die Decke zu klopfen. (die Betonung
liegt auf Abends, nicht Nachts) Das Problem: Wir machen
garkeine großartigen Geräusche. Das heißt, natürlich machen wir Geräusche,
was daran liegt, dass wir leider bisher noch nicht gelernt haben zu
fliegen oder Gegenstände durch Telepatie schweben zu lassen. Hätten wir
eigentlich mal machen können.. aber Studenten sind ja eben faul. Das
Drama ging noch ein paar Mal so weiter. Einmal hat sie sogar das
Treppenhaus zusammen geschrien, weil meine Mitbewohnerin ein paar Freunde
zum Abendessen da hatte, die ihr scheinbar zu laut waren. Kurz und knapp. Wir sind
ganz schlimme Leute. Wir wagen es tatsächlich in unserer eigenen Wohnung
unsere Stühle zu benutzen, zu laufen und ja gar zu reden! (und das bis 10
Uhr abends) Irgendwann wurde uns das
dann mal doch zu doof und wir sind zum Portier gegangen, der als
Vermittler dienen sollte. Man will schließlich auch nicht ständig in der
Angst leben, dass irgendwann mal die Polizei (wenn auch sehr
unwahrscheinlich) oder unsere Nachbarin selber (wohl wahrscheinlicher) mit
wer weiß was für Waffen in der Hand vor der Tür steht. Der Portier hatte dann
wohl mit ihr geredet und - tada - einen Abend später stand sie vor
unserer Tür, kampfbereit. Diese Kampfbereitschaft musste sie dann aber
schnell ablegen, als meine Mitbewohnerin wie der Dalai Lama auf sie
eingeredet hat, dass es uns ja Leid tut, wir Verständnis haben, aber eben
auch mit den Geräuschen der Leute um uns rum leben müssten. Daraufhin
meinte sie nur, dass wir ja scheinbar sehr ruhige Nachbarn hätten. Klar.
Meint sie den Teknofan von über uns oder den Vasco-Rossi-und-Opern-Fan
von nebenan, der manchmal auch gern mit seiner Freundin streitet und dabei
die halbe Wohnung zerlegt? (Oder streitet er mit der Wohnung und zerlegt
dabei seine Freundin?) Um irgendwie vielleicht
eine Lösung zu finden, haben wir dann noch gefragt, welche Geräusche in
welchen Räumen sie denn so stören würden. Naja, eigentlich alles und überall.
Auch wenn unter unserer Küche bei ihr nur ein blöder Abstellraum ist,
dass hört sie trotzdem. Sie hört ständig Leute mit Absatzschuhen
rumlaufen (ja, das sind unsere ganzen transsexuellen Freunde, bzw. -innen),
in der Nacht Möbel verschieben (wir mögen halt Veränderungen, könnten
wir auch tagsüber machen, aber da schlafen ja faule Studenten) und natürlich
alle Stimmen (wir sind von den ganzen Parties schon so taub, dass wir uns
immer anschreien müssen). Der meiner Meinung nach
unverschämteste Satz war "Es gibt eben Leute die haben viel zu tun
und andere machen garnichts" (ich brauche wohl nicht zu erklären,
wen sie hier jeweils meint) Hatte ich eigentlich
schonmal erwähnt, dass an zwei Seiten unseres Hauses Bahngleise entlang
laufen und hinterm Haus ein Bahndepot liegt? Wir wissen allerdings
auch, dass unsere Nachbarin zur Zeit eine schwierige Phase durchmacht,
worauf ich hier aber nicht genauerr eingehen möchte. Trotzdem kein Grund das
an uns auszulassen. In Rom braucht man eben gute Nerven, beim Autofahren, an der Uni und auch mit den Nachbarn. Ich scheine davon aber genügend zu haben. Bis jetzt jedenfalls. Damit möchte ich den Februar aber abschließen und warte freudig auf den Frühling. |
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